Diese vom liberalen Gaston Thorn eingeführte Debatte im luxemburger Parlament ist, oder besser gesagt, soll ein Höhepunkt der parlamentarischen Arbeit sein. Eine Debatte deren Redezeit viel Spieraum lässt zum Schlagabtausch. Programmatisches wird Premierminister Bettel auflisten, es wird ihm aber die Gelegenheit geboten ordentlich abzurechnen mit den Gegnern. Noch kommt ihm zugute dass er auf die Versäumnisse der Vorgänger verweisen kann, aber mittlerweile sind die lähmenden Prozesse der Auditierung fast jeder öffentlichen Institutionen lediglich für deren Gesellschaften- die « big four »- eine willkommene Einnahmequelle.Konkretes hat eigentlich nur der Finanzminister mit seiner internationalen Bankenpolitik aufzuweisen. Und auch dort winkt der Schatten des Vorgängers: wenn die Kontakte mit China vorzüglich sind und Türenöffner für Gramegna bereitstehen, dann dank einer klugen- nicht von jedermann geteilten – Aussenpolitik Junckers. Dessen persönliche Verbindung zu den mächtigen Chinesen hat im Riesenland Luxemburg auf die Landkarte gesetzt. Die jetzigen Resultate wären ohne diese langjährige Vorarbeit undenkbar. Um das Referendum und die am 7 Juni vom Wählervolk zu beantwortenden Fragen ist genug Gesprächsstoff im Lande. Nun stellt sich die Frage, ob es dem Premierminister nun gelingt dem drohenden Spaltpilz unter der Bevölkerung mit seiner Redegewalt vorzubeugen. Zur Debatte gehören gute Redner, da wird sich manch eine(r) vor versammeltem Fernsehpublikum profilieren können….