Mit seinem Vorschlag hat J.Cl.Juncker als Vorsitzender der Eurogruppe erneut
Bewegung in das sterile Denken mancher Europäer gebracht. Wenn in der Not
Solidarität nur eine Worthülse bleibt, dann ist der grosse Gedanke vom vereinten
Kontinent nur leeres Geschwätz. Zur Krise gab es bisher keinen griffigeren
Vorschlag, als der des verhinderten EU Ratspräsidenten: alle Mitgliedsstaaten
sollen sich beteiligen an einem Schuldenfonds, der schwächeren Staaten wieder
auf die Beine helfen würde und die Vorgabe für Wiederaufschwung und Investition
liefern könnte die auch der Wirtschaft zugute käme. Das Aufweichen der
Maastrichtkriterien trägt nun wirklich nicht zur Stärkung der gemeinsamen
Währung bei, wenn nicht sichergestellt ist was mit dem angehäuften Schuldenberg
zu geschehen hat. Das Jammern über die Verfehlungen der Vergangenheit ist Schnee
von gestern, dieser neue Vorschlag könnte vielleicht ein Ausweg aus der
Krisensituation sein! Viel einfacher wäre natürlich wenn er vom EU
Ratspräsidenten gemacht worden wäre. Aber nachdem Merckel und Sarkozy Juncker
als solchen verhindert haben, darf man gespannt sein auf deren Reaktion. Nachdem
der italienische Aussenminister das deutsch-französische Zwiegespann erweitern
wollte, hat sich nun Polen zu Wort gemeldet gegen eine Spaltung in grosse und
kleine Staaten. Sehr spannend ist mithin der Diskurs in Sachen Krisenbewältigung
geworden. Dass auch aus kleinen Staaten gute Politik kommen kann wird Juncker
erneut beweisen….