Mit dem Vorpreschen die Finanzkrise zu einer Aenderung Verträge zu nutzen dürfte noch Bewegung in das Gefüge der Union kommen…Ob diese zu mehr und nicht weniger Europa genutzt werden ist zur Zeit noch fraglich. Wo es denn auch letztendlich hingeht ist anhand verschiedener Wortmeldungen noch nicht abzusehen. Merkozy möchten Haushaltskontrolle und Wirtschaftsregierung hineinschreiben, die Kommissarin Reding hat sich mit eigenen Vorstellungen zu Wort gemeldet. Ihre Vorstellung bei den Europawahlen den Präsidenten der EU Kommission in direkter Wahl zu bestimmen, die Länder aufzufordern ihre Kandidaten zu den Kommissarsposten schon vor der Bestimmung der neuen Kommission bekannt zu geben werden gewiss noch für Wirbel sorgen. Ob sich dadurch eine grössere Wahlbeteiligung erreichen lässt, sei dahingestellt. Das Desinteresse an der Europawahl lässt ein demokratisches Defizit erkennen: nur noch 42% Wahlbeteiligung europaweit, kaum Kenntnisse über die Zuständigkeiten der Europaparlamentarier bei den Bürgern sind Zeichen für schlechte Kommunikationspolitik. Auch das Bürgerbegehren, das mit dem neuen Vertrag konkrete Vorschläge von Bürgerinitiativen ermöglicht, hat kein Umdenken gebracht. Dass die Finanzkrise ein zurück zu mehr Nationalstaatlichkeit in der öffentlichen Meinung aufkommen lässt wundert nicht einmal. Schliesslich sind die Wortmeldungen der Staats und Regierungschefs auch das Sprachrohr nationaler Politik. Vorerst im eigenen Land wiedergewählt…und dann erst Europa? Mit einer Direktwahl des Präsidenten dürfte sich allerdings einiges ändern. Und wenn sogar in Deutschland der Regierungschef Luxemburgs als beliebtester Europapolitiker bei Umfragen punktet, so dürften Merkozys die Vorschläge der Frau Reding kaum gefallen!
Wenn ich das Wort ergreifen dürfte
Sarkozy will wiederkommen
Er ist Kandidat, wäre in Deutschland wohl zum Rücktritt aufgefordert worden, nachdem seine Ferien auf der Yacht befreundeter Reder ein offenes Geheimnis waren! Aber er hat nicht lange gefaxt: der Chef des Paris-Match der ein unerlaubtes Bild der Präsidenten Gattin publiziert hatte wurde kurzerhand in die Wüste geschickt. Die direkten Eingriffe des französischen Staatspräsidenten in die Medienszene ist kein Geheimnis in Frankreich. Da ist Wullf mit seiner sms an einen Bild Redakteur ein Chorknabe gewesen! Ob Sarkozy -sollte er denn wiedergewählt werden- sich auch zu diesen Aspekten der deutschen Befindlichkeit bekennen wird, nachdem er in der Wirtschaft das deutsche Beispiel als nachahmenswert darstellt? Die Trennung vom politischen Einfluss in den Medien, die Art des sauberen Umgangs mit öffentlichen Mitteln, diese Selbstzerfleischung auf der öffentlichen Bühne wenn ein Politiker einen Fehltritt beging als nachahmenswert verkünden? Den Franzosen wäre damit ein Stück ihrer Eigenart genommen, nicht etwa dass die Kompromission zum Prinzip erhoben wird, sondern weil einfach eine Art des "Leichten Seins" abhanden käme! Merkozy war daher ein ungewöhnliches Paar, das eigentlich nicht zusammen passte....oder aber sich eben ergänzte! Den Europäern dürfte die Wahl in Frankreich nicht gleichgültig sein. Merkande...klingt nicht. Ein Herz und eine Seele wird die Kanzlerin ohnhin nicht mit diesem Sozialisten sein, da wäre Strauss Kahn die bessere Figur gewesen. Nun hat es diesen aber da erwischt wo auch die Franzosen nicht mehr spassen. Und nicht von ungefähr hat Sarkozy Jeanne d'Arc noch vor Beginn seiner Kampagne seine Ehrerbietung gebracht, war es doch die Jungfrau aus der Grenzregion die die Befreiung von den Engländern durchsetzte, um dann auf dem Scheiterhaufen zu landen.21 février 2012

