Er hat es des öftern zu Schlagzeilen gebracht in der internationalen Presse. Der Chef der Zentralbank in Luxembourg spricht nämlich Klartext. Was nicht jedermann gefällt!Sein Name wurde bei der Besetzung des Präsidentenposten bereits genannt. Nun ist er offiziell von der Luxemburger Regierung vorgeschlagen für das Direktionsgremium.Eine Entscheidung fiel gestern noch nicht, sie wird am 20.Februar fallen. Wieder einmal ist das Tauziehen zwischen den Grossen die Chance der Kleinen, denn was die Personalpolitik auf europäischer Ebene angeht kommt es nicht immer auf Talent und Können an, sondern eher auf die Rückendeckung die von zuhause mitgebracht wird. Immerhin hat Yves Mersch jetzt schon Schlagzeilen in den grossen europäischen Presseorganen gemacht. Geachtet ist er allemal, und sein Wort hat in den Krisenzeiten Aufmerksamkeit bewirkt. Der Kunstliebhaber-und kenner Mersch, der sich auch für Zeitgenössisches interessiert, wäre ein Plus für die Nordländer, so wird spekuliert, und deshalb wird vermutet dass dennoch der spanische Gegenkandidat es schaffen könnte. Mit Juncker ist er nicht ein Herz und eine Seele, aber dass die beiden doch miteinander können haben sie zuhause bewiesen.
Wenn ich das Wort ergreifen dürfte
Sarkozy will wiederkommen
Er ist Kandidat, wäre in Deutschland wohl zum Rücktritt aufgefordert worden, nachdem seine Ferien auf der Yacht befreundeter Reder ein offenes Geheimnis waren! Aber er hat nicht lange gefaxt: der Chef des Paris-Match der ein unerlaubtes Bild der Präsidenten Gattin publiziert hatte wurde kurzerhand in die Wüste geschickt. Die direkten Eingriffe des französischen Staatspräsidenten in die Medienszene ist kein Geheimnis in Frankreich. Da ist Wullf mit seiner sms an einen Bild Redakteur ein Chorknabe gewesen! Ob Sarkozy -sollte er denn wiedergewählt werden- sich auch zu diesen Aspekten der deutschen Befindlichkeit bekennen wird, nachdem er in der Wirtschaft das deutsche Beispiel als nachahmenswert darstellt? Die Trennung vom politischen Einfluss in den Medien, die Art des sauberen Umgangs mit öffentlichen Mitteln, diese Selbstzerfleischung auf der öffentlichen Bühne wenn ein Politiker einen Fehltritt beging als nachahmenswert verkünden? Den Franzosen wäre damit ein Stück ihrer Eigenart genommen, nicht etwa dass die Kompromission zum Prinzip erhoben wird, sondern weil einfach eine Art des "Leichten Seins" abhanden käme! Merkozy war daher ein ungewöhnliches Paar, das eigentlich nicht zusammen passte....oder aber sich eben ergänzte! Den Europäern dürfte die Wahl in Frankreich nicht gleichgültig sein. Merkande...klingt nicht. Ein Herz und eine Seele wird die Kanzlerin ohnhin nicht mit diesem Sozialisten sein, da wäre Strauss Kahn die bessere Figur gewesen. Nun hat es diesen aber da erwischt wo auch die Franzosen nicht mehr spassen. Und nicht von ungefähr hat Sarkozy Jeanne d'Arc noch vor Beginn seiner Kampagne seine Ehrerbietung gebracht, war es doch die Jungfrau aus der Grenzregion die die Befreiung von den Engländern durchsetzte, um dann auf dem Scheiterhaufen zu landen.21 février 2012